»Seelenreisende – Mediale Reisen in die Welt der Seele« von Ralf Hungerland

»Dieses Buch nimmt dich mit auf eine persönliche Reise in die Welt der Seele. Es sind Reisen in früheren Leben, in die Seelenheimat, die geistige Welt und zu fernen Seelenplaneten. Ralf Hungerland erzählt authentisch und mit einer Prise Humor, wie er diese Welt kennenlernte«, heißt es im Klappentext des Buches. Das machte mich neugierig.

Seelenreisen sind in unserer modernen, materialistisch geprägten Welt vielen Menschen immer noch ein Unding, etwas, das außerhalb aller Möglichkeiten liegt, denn schließlich gilt die Existenz einer Seele als wissenschaftlich nicht bewiesen.
Doch nicht nur Menschen mit Nahtoderfahrungen, sondern viele andere, besonders Komapatienten und Kinder berichten immer wieder von Orten, die es nicht geben dürfte, von Zeiten, an die sie keine Erinnerung haben und an Begegnungen, die sie nie gehabt haben dürften. Sind das alles bloße Hirngespinste?

Der Titel des Buches mit freundlicher Genehmigung des Autors

Ich selbst bin in einem Elternhaus aufgewachsen, in dem keine Möglichkeit von vornherein als unmöglich abgetan wurde. Auch die Reinkarnation, also die Wiedergeburt der Seele in immer anderen Körpern lag für mich seit meiner Kindheit somit durchaus im Bereich des Möglichen, genau wie außerkörperliche Wahrnehmungen, der Kontakt mit Verstorbenen oder die Möglichkeit des Besuchs von Außerirdischen auf unserem Planeten. Wir veranstalteten das »Was-wäre-wenn-Spiel« oft und gern. Freilich wurde mit Personen außerhalb der Kernfamilie nicht darüber geredet oder nur mit solchen, die ähnlich »tickten« wie wir. Doch bei allem Denkbaren erhielt ich mir stets eine gesunde Portion Skepsis. Genau wie der Autor dieses Buches.

Aber ich will von vorn beginnen. Der Autor beschreibt zunächst seinen Lebensweg, der ihn bis in die Manageretagen großer Unternehmen führte. Anschließend wurde er, der Neugierige, Ausbilder für NLP, das neurolinguistische Programmieren, und für Hypnose. Bald schon gehörte in Lehrgängen die Altersregression, also das Ansehen eines bestimmten Lebensalters, um bestimmte Glaubenssätze aufzulösen, zu seinen Standardanwendungen. Doch immer wieder geschah es, dass manche seiner Teilnehmer statt in vergangene Lebensalter gleich in vergangene Leben gerieten. Und seltsamerweise konnten diese Teilnehmer anschließend davon berichten, dass Glaubenssätze wie weggeblasen waren oder gar, dass Beschwerden sich gebessert hatten. Das regte ihn zum Forschen an.

Er begegnete Menschen, die vor ihm ähnliche Wege beschritten hatten und lernte von ihnen. Im Laufe der Zeit entwickelte er mit seiner Partnerin eigene Abwandlungen der Seelenreisen, die diese Reisen noch einmal revolutionierten.
Davon, was er bei seinen Forschungen herausfand und was Menschen erzählten, die eine solche Reise unternahmen, berichtet er in seinem Buch, das sich teilweise spannend wie ein Krimi liest. Erstaunlich sind die Möglichkeiten, die sich für den Einzelnen ergeben, ohne dass man gleich an derlei wie Reinkarnation glauben muss. Im Grunde genommen sprechen die Ergebnisse für sich.

Letztendlich gibt die wissenschaftliche Forschung dem Autor recht, denn sie findet immer mehr Belege dafür, dass unsere Seele eine ewig währende Reise unternimmt, auf der die momentane Existenz nur eine Station von vielen ist.
Ich habe bei der Lektüre dieses Buches sehr vieles für mich und mein Leben mitgenommen. Nicht zuletzt sehe ich heute dem Tod gelassener entgegen, denn ich bin mir sicherer den je: Nach dem Tod geht das Leben weiter.

»Brain Rewire – Wie du dein Bewusstsein umprogrammierst« von Gabriel Palacios

Auf dem Rücktitel ist zu lesen: »Wie lösen wir Ängste, die aus dem Unterbewusstsein kommen? Wie entstehen Blockaden und wie können wir diese wieder auflösen? (…)«

Das Unterbewusstsein einfach neu programmieren! Wer hat sich das nicht schon einmal gewünscht? Ich jedenfalls kenne niemanden, den die eine oder andere Angst, Programmierung aus der Kindheit oder diese oder jene Blockade nicht schon am Vorankommen im Leben gehindert hätte.
Sollte das wirklich so einfach sein? Nur ein Buch lesen und ade Blockierung, adieu Kindheitsprogramm!?

Ein Foto des Buches mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Doch ich will beim Autor beginnen. Der Name Palacios steht für moderne, unverkrampfte Hypnosetherapie, wie kaum ein zweiter. Der Autor ist Schweizer, nur wenig über 30 Jahre alt, besitzt aber bereits einen riesigen Erfahrungsschatz als Hypnosetherapeut, denn er arbeitet bereits seit etwa 15 Jahren als solcher. Was sage ich! Er arbeitet nicht; er lebt Hypnose wie kaum ein anderer.
Da ich mich schon einige Jahre mit dem menschlichen Unterbewusstsein beschäftige, war ich schon lange scharf darauf, eines seiner Bücher zu lesen und zu besprechen. Da kam mir sein neues Buch aus dem Verlag Momanda gerade recht.

Der Autor gibt dem Leser zunächst einen Überblick über bestimmte Begriffe, die er im Text verwendet. Das tut er allerdings nicht lehrbuchhaft, sondern so interessant, dass ich beim Lesen gefesselt wie von einem Krimi war. Obendrein räumt Palacios dabei mit dem einen oder anderen Vorurteil auf und schickt so manche Fehlinformation ins Reich der Märchen. Seine Erläuterungen sind immer konkret, wissenschaftlich fundiert und dennoch verständlich geschrieben.
Besonders das Kapitel über die Urangst und ihre Grundängste war für mich sehr interessant zu lesen. Palacios scheut sich auch nicht, Erlebnisse aus seiner eigenen Vergangenheit als Exempel für Mobbing zu besprechen. Der Autor erzählt hier so authentisch, dass ich beim Lesen Tränen in den Augen hatte.

Im Anschluss an diesen einführenden Teil erläutert der Autor das Konzept seiner Methode zur Neuprogrammierung des Unterbewusstseins ›Brain Rewire‹, beleuchtet dann jeden einzelnen Schritt sehr ausführlich und gibt anschließend jeweils noch eine kurze Zusammenfassung. Ebenso findet sich am Ende des Buches nochmals eine Kurzanleitung für die gesamte Methode, die der Autor selbst entwickelt hat.
Für die Zielmeditation gibt es im Netz eine Videoanleitung des sympathischen Autors sowie eine mp3-Datei zum Herunterladen. Leider konnte ich die im Buch versprochene Datei mit den Vordrucken auf der angegebenen Seite nicht finden. Selbst meine diesbezügliche Anfrage beim Verlag blieb ergebnislos.

Ich kann zu dieser Methode zur Neuprogrammierung des Unterbewusstseins sagen, dass die einzelnen Schritte auf mich zunächst komplizierter gewirkt haben, als sie letztendlich sind. Man benötigt tatsächlich nur wenige Minuten, um sie bei sich selbst oder bei anderen Menschen anzuwenden. Und das Ergebnis ist jedes Mal aufs Neue unglaubwürdiges Staunen. Jedenfalls war es in meinem Fall so.
Also ja, es ist so einfach: Nur ein Buch lesen und ade Blockierung, adieu Kindheitsprogramm!

Im Anschluss an den Methodenteil gibt der Autor dem Leser noch einen Einblick in seine eigene Arbeit mit Brain Rewire. Zum Teil staunte ich beim Lesen die sprichwörtlichen Baukötze über die Veränderungen, die sich im therapeutischen Bereich bewirken lassen.

Der Autor bietet Brain Rewire Seminare zur Eigenanwendung sowie solche für Therapeuten an.

Zusammenfassend möchte ich feststellen, dass dieses Buch eine Empfehlung für alle ist, die sich selbst schnell und erfolgreich von lästigen »Programmierfehlern« befreien möchten.

Gabriel Palacios
»Brain Rewire – Wie du dein Bewusstsein umprogrammierst«
erschienen bei Momanda für 17,99 €
ISBN: 978-3-95628-034-4
Dieses Buch ist erhältlich in allen Buchhandlungen sowie unter www.momanda.de

»Geschichte der Kriminalistik« von Dr. Manfred Lukaschewski

Während am Beginn der menschlichen Gesellschaft das Recht des Stärkeren oder der Ausschluss aus der Gesellschaft als Rechtsmittel ausgereicht haben, differenzierten sich später bald speziellere Formen des Rechts und der Sanktionen heraus.

Dr. Lukaschewski beginnt seinen Streifzug durch die Zeit mit der neolithischen Revolution, geht auf die Geschichte und die Rolle der Religion als Bestandteil der Rechtsfindung ein und darauf, welche Rolle die Urbanisierung in der Menschheitsentwicklung spielte.

In der Folge nimmt der Autor seine interessierten Leser mit auf einen Streifzug durch einige antike Rechtssysteme wie das des alten Ägyptens, des antiken Griechenlands und des alten Roms. Er lässt alte Rechtsbücher wie den Sachsenspiegel, die Constitutio Criminalis Carolina und den Code Civil vor dem inneren Auge des Lesers erscheinen. Dabei geht er, wie in all seinen Werken, stets detailreich und systematisch vor.

Das Titelbild mit freundlicher Genehmigung des Main Verlags

Ab etwa Seite 260 wurde das Buch für mich noch interessanter, denn nun kann der Leser die Entwicklung moderner forensischer Verfahren zur Identitätsfeststellung verfolgen, wie zum Beispiel die der Daktyloskopie, um nur eines davon zu nennen.

Dabei liest sich das Buch selbst an vielen Stellen wie ein Krimi. Es wird für den interessierten Leser an keiner Stelle langatmiger als notwendig, informiert allseitig und lässt keine zeitlichen Lücken entstehen. Die Kriminalistik der NS-Zeit wird ebenso beleuchtet wie jene zur Zeit der DDR, die heute in der Öffentlichkeit leider oft in Vergessenheit gerät.
Je weiter der Autor sich der Jetztzeit nähert, desto detailreicher und vielfältiger wird seine Beschreibung naturgemäß. Allein die internationalen Organe der Strafverfolgung und deren differenzierte Aufgaben aufzuzählen, nimmt einigen Platz in Anspruch.

Anschließend widmet der Autor seine Aufmerksamkeit der Fallanalyse und dem Profiling, ohne die eine moderne Kriminalpolizei nicht mehr auskommt.
Am Ende des gut 440 Seiten zählenden Werkes schließen sich eine Chronologie der Kriminalistik sowie eine leider unvollständige Aufzählung der Meilensteine der Kriminalistik an.
Insgesamt ist das Werk, das wie seine Vorbände im Main Verlag Rostock erschienen ist, ein würdiger vorläufiger Abschluss der Reihe »Kriminalistik in Theorie und Praxis«.

Es informiert umfassend und geizt keineswegs mit Details. Eine klare Empfehlung für alle, die an der Geschichte der Kriminalistik Interesse haben und dazu noch von einem günstigen Preis profitieren wollen.

Dr. Manfred Lukaschewski
»Geschichte der Kriminalistik«, erschienen im Main Verlag in der Reihe ›Kriminalistik in Theorie und Praxis‹ für 27,00 €
ISBN 978-3-95949-395-6
Erhältlich in allen Buchhandlungen sowie unter www.main-verlag.de

»Unsere heimischen Göttinnen neu entdecken« von Joanne Foucher

Dieses Buch ist eine Offenbarung des alten Göttinnenkults in unserem Land.
Als Erstes geht die Autorin auf die Frage ein, was für eine Göttin ist das überhaupt, von der hier die Rede ist?
In diesem Abschnitt erzählt Joanne Foucher nicht nur von verschiedenen Stationen ihres Lebenswegs, sondern erläutert auch, welche Göttin sie meint und wie sie diese Göttin sieht, von der sie schreibt. Göttin ist ja nicht gleich Göttin. Hier trifft die Autorin sofort meinen Nerv, denn ihr Bild dieser Göttin deckt sich in vielen Aspekten mit dem, das ich von ihr habe.

Titelbild des Buches – mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Dieses Buch ist eine wahre Fundgrube für Menschen, die endlich mehr über diese Göttin erfahren wollen, der man in unseren Gefilden in alter Zeit auf Schritt und Tritt begegnen konnte. Diese Göttin, die so wandelbar ist und in so vielerlei Gestalt auftritt, hat ebensoviele Namen.
Es sind deshalb auch nicht nur drei die Stationen des Lebensrads (das Mädchen, die Frau und die Alte), welche die Autorin beschreibt, nein, sie nennt und analysiert viele einzelne Aspekte der Göttin wie Idun, Freya oder Mokosch, um hier nur einige wenige zu nennen. Und selbstverständlich ist in diesem Buch auch von Frau Holle die Rede. Ihr ist ein eigenes Kapitel gewidmet, da sie in Deutschland die ist, die alle Aspekte der Göttin in sich vereint.
Und in diesem Buch ist auch von vielem um die Göttin herum die Rede, so von Tieren der Göttin, Farben der Göttin, Plätzen der Göttin und Ritualen für die Göttin, egal in welcher ihrer vielen Gestalten sie dort auch erscheinen mag. Vor allem jene Aspekte der Göttin, die mir bisher nicht zugänglich waren sowie die Plätze der Göttin, welche die Autorin allesamt besucht hat, waren für mich besonders interessant.

Allein über die Autorin lohnte es sich, ein ganzes Buch zu schreiben, denn bereits im zarten Alter von 13 Jahren fühlte sie sich zu diesem Thema hingezogen. Geboren in Frankreich, aufgewachsen in Deutschland, lebt sie heute mit ihrem Mann und ihren Kindern in Glastonbury, wo sie als Priesterin von Avalon, MondMutter, Massagetherapeutin, Autorin und Künstlerin wirkt. Sie lebt für die Göttin, das spüre ich immer wieder, wenn ich in diesem Buch lese. Und das werde ich bald wieder tun, denn so umfassend und ausführlich hat noch niemand zu diesem Thema geschrieben.

Foucher, Joanne
Unsere heimischen Göttinnen neu entdecken
erschienen bei Neue Erde für 16,00 €
ISBN 978-3-89060-767-2
www.neue-erde.de
www.joannefoucher.com

“Kriminaltaktik – von Anzeige bis Zeugenvernehmung” von Dr. Manfred Lukaschewski

Während es im Band vier im Wesentlichen um die Kriminaltechnik ging, wendet sich Dr. Manfred Lukaschewski im fünften Band seiner Reihe ›Kriminalistik in Theorie und Praxis wieder speziell an sein Fachpublikum.
Wie der Titel schon ahnen lässt, geht es dabei um »Papierkram«, wie der Autor charmant formuliert. Obwohl beim Kriminalisten nicht sehr beliebt, ist er doch unabdingbar, wenn der Strafprozess zum gewünschten Ziel – der Verurteilung des ermittelten Täters – führen soll. Deshalb sollte dieses Buch Pflichtlektüre für Kriminalisten und Juristen gleichermaßen sein.
Der Autor macht es sich in diesem Büchlein zur Aufgabe, die Methoden darzustellen, welche zur Vorbereitung und Durchführung kriminalistischer Maßnahmen dienen. Die sind in der Regel von der Strafprozessordnung vorgegeben und definiert.

Fundament jeder Ermittlungsarbeit und deshalb auch an erster Stelle des Buches steht der ›Erste Angriff‹, also jene Maßnahmen, die unmittelbar nach Bekanntwerden einer Straftat durchzuführen sind.
Die einzelnen Punkte, die Lukaschewski wie immer sehr detailreich »abarbeitet«, hier aufzuzählen, wäre zu viel des Guten. Doch einige Punkte zu erwähnen gebietet mein Sinn für Vollständigkeit, ohne die das Werk des Autors nicht lebendig abzubilden ist.
Es geht also um Anzeige, Ereignisortuntersuchung, Befragung, Vernehmung (und deren Unterschiede), Durchsuchung und Beschlagnahme, Festnahme und Verhaftung (hier geht es natürlich ebenfalls um die Unterschiede) und die Rekonstruktion diverser Abläufe. Diese exemplarischen Punkte sollen an dieser Stelle genügen.
Wie der Autor selbst schreibt, ist dieses Buch »staubtrocken« und das muss es wohl sein, wie viele Kriminalisten und Juristen danken anerkennen werden. Für sie ist dieses Buch geschrieben. Doch so staubtrocken endet diese Reihe garantiert nicht. Im sechsten und letzten Band wird es noch einmal interessant, verspricht Lukaschewski.

Während andere Bücher dieses Inhalts oft mit Fachbuchpreisen aufwarten, bekommen der neugierige Fachmann, aber auch der interessierte Laie dieses Büchlein mit knapp 180 Seiten für unter 20 Euro.

Dr. Manfred Lukaschewski
Kriminaltaktik von Anzeige bis Zeugenvernehmung
erschienen im Main Verlag in der Reihe ›Kriminalistik in Theorie und Praxis‹ für 16,00 €
ISBN 978-3-95949-394-9
www.main-verlag.de

»Phänomenologie einer Strafsache« von Dr. Manfred Lukaschewski

Echtes Fachwissen zu einem phänomenalen Preis

Dieses Buch ist der 3. Band der Reihe »Kriminalistik in Theorie und Praxis« des Main Verlags, die damit ihre würdige Fortsetzung findet.
Anders als die vorherigen beiden Bände ist dieses Werk kein bloßes Nachschlagewerk, sein Ansatz ist ein ganz anderer. Vielmehr versteht es sich als ›Lehrbuch für Kriminalistik, Jura und Rechtsmedizin‹. Das ist keineswegs zu weit gedacht, denn Kriminalisten, die dieses Buch in Augenschein nahmen, zeigten sich geradezu begeistert ob der darin enthaltenen Wissensschätze. In den beiden anderen Fachgebieten dürfte das ebenso zutreffen.

Das Cover des Buches mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber

Was bedeutet eigentlich der Titel »Phänomenologie einer Strafsache«?
Dieses Buch enthält eingedeutscht die ›Beschreibung und Einteilung der verschiedenen Erscheinungsformen von Straftaten‹.
Aber sollte die praktische Polizeiarbeit nicht jedem, der damit betraut ist, hinlänglich bekannt sein? – Gewiss, sie sollte, ist es jedoch mitnichten. Denn die Ausbildung der Kriminalisten lässt deutschlandweit sehr zu wünschen übrig, wie der Autor in seinen einführenden Worten erläutert. Die erschreckende Tatsache: seit Mitte der 1990er Jahre gibt es in diesem Land keine akademische Ausbildung für Kriminalisten mehr.
Auch Gespräche mit aktiven Kriminalisten zeigen immer wieder unerfreuliche Lücken im Wissen, besonders wenn es um wichtige Details in der Arbeit am Tatort und während der Ermittlungen geht. Diese Lücken notdürftig zu füllen, ist die Aufgabe dieses Buches.

Wie immer geht der Autor bei der Inhaltsgestaltung präzise und wissenschaftlich zu Werke. Einige Hauptüberschriften der Gliederung (Auszug): Spuren, Todesarten, Wunden, Traumata, Forensische Toxikologie. Sogar dem kriminalistischen »Stiefkind« Kriminaltechnik gibt der Autor in mehreren Abschnitten seines Buches das dringend nötige Gewicht.
Einen wesentlichen Teil des gesamten Buchumfangs von etwa 350 Seiten machen die zehn Anhänge mit erläuternden Gesetzmäßigkeiten, Einführungen und Schemata, die Quellenangaben sowie Bildtafeln mit insgesamt etwa 80 Seiten aus.
Das Inhaltsverzeichnis mag sich für unbedarfte Leser zugegebenermaßen etwas gruselig lesen. Für solche Leser ist dieses Buch aber auch nicht gedacht. Vielmehr richtet sich dieses Buch tatsächlich an Spezialisten der Gebiete Kriminalistik, Jura und Rechtsmedizin.
Das in diesem Buch enthaltene Wissen stellt die Grundlage für die vollumfängliche Aufklärung von Kapitalverbrechen dar.

Dr. Manfred Lukaschewski
»Phänomenologie einer Strafsache«
Main Verlag Rostock
ISBN 978-3-95949-360-4
24,00 €

»Selleriesaft« von Anthony William

Dieses Buch, so dachte ich am Anfang, hätte Anthony William gar nicht schreiben brauchen, denn Insider – zu denen ich mich zähle – wissen schon alles über dieses wunderbare »Gesöff«.
Genau diese deutschsprachigen Insider holen sich ihr Wissen ja aus Herrn Williams’ Büchern/Gruppen usw., da braucht es nicht auch noch ein Buch, in dem es nur um diesen einen Saft geht.

Das Cover des Buches mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Aber weit gefehlt. Was ich in diesem etwas über 200 Seiten zählenden Buches über dieses wunderbare Getränk erfahren habe, hätte ich in dieser Form über die bekannten Wege niemals erfahren können.
So ist Selleriesaft nur pur zu entsaften und mit nichts zu mixen, sonst verliert er seine immense Wirkung. Man sollte lieber schlückchenweise anfangen und die Trinkmenge langsam steigern, als den Saft zu verdünnen.
Natürlich bewirkt der Saft allein nicht viel, wenn man sich nicht rundherum umstellt und eine Ernährung bevorzugt, wie sie Anthony William vorschlägt.
Auch in diesem Buch wird wieder schön strukturiert in 10 Kapiteln alles nur erdenklich Mögliche besprochen, wie wir es gewohnt sind.
Der Autor macht auch keinen Hehl daraus, dass nicht alle Menschen seine Ernährungsweise mögen. Er geht auf Gerüchte, Bedenken und Märchen zur allgemeinen Ernährung und Gewohnheiten dazu genauso ein, wie auf den größten Nutzen, den man aus dem Selleriesaft ziehen kann.
Symptome und Beschwerden sind ganz toll genannt und jeder kann sich selbst einordnen und schauen, was er selbst neben dem normalen Prozedere zusätzlich unternehmen kann. Es ist wie immer kein Muss, dieses Buch zu lesen. Meine unbedingte Empfehlung ist es aber, das zu tun, wenn man gesund leben möchte.
5 Sterne sind hier vollkommen richtig angebracht. Eine Empfehlung für alle, die wirklich gesund werden oder bleiben möchten.

Anthony William
»Selleriesaft«,der ultimative Superfood-Drink für Deine Gesundheit,
232 Seiten, Hardcover, erschienen bei Arkana
ISBN 978-3442342648
22,00 €

»Kompendium der Kriminalistik« – Neuauflage

»Kompendium der Kriminalistik« Dr. Manfred Lukaschewski, erschienen in zwei Bänden beim Main Verlag Rostock

Die Neuauflage des Kompendiums der Kriminalistik, dessen vorherige Auflage sich bereits zum Standardwerk entwickelte und meiner Kenntnis nach sogar an einigen Polizeischulen als Unterrichtsmaterial Verwendung findet, überrascht mich in mehrerlei Hinsicht.
Einmal überrascht es, da es in einem andern Verlag erscheint, zum anderen, dass es in einem neuen Kleid daherkommt. Und zum Dritten überrascht es mit seinem überaus günstigen Preis.

Doch beginnen wir mit dem Verlag. Die beiden Bände des Kompendiums sind der Auftakt einer Buchserie des Autors, die der Main Verlag Rostock unter dem Label »Antheum facts« in der Reihe »Kriminalistik in Theorie und Praxis veröffentlichen wird. Mit dem neuen Verlag erklärt sich auch das neue Äußere der Bücher.
Beachtenswert ist allerdings der für Fachbücher phänomenal niedrige Preis der Bände.

Der Titel des ersten Bandes
mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Worum geht es nun in diesem Standardwerk, das tatsächlich nur einen Autor hat?
Wie im Vorwort erwähnt wird, sollen diese Bücher, dem Kriminalisten das nötige Handwerkszeug geben, damit er in der Lage ist, Sachverhalte besser einzuschätzen und schnelle Entscheidungen fällen zu können.
Doch nicht nur Kriminalisten können von diesem Werk profitieren. Meiner Meinung nach sollte jeder Polizist diese Bände griffbereit haben, um sein Wissen über bestimmte Vorgehensweisen immer weiterzuentwickeln. Ebenso kann sicher auch so mancher Jurist an diesem umfangreichen Wissenskatalog profitieren. Sogar Ärzte, welche die amtliche Totenschau durchzuführen haben, können vom Wissen, das sie aus diesem Werk gewinnen können, profitieren. Zuletzt möchte ich hier die Gilde der Kriminalautoren erwähnen, die oft und gern aus dem Wissenspool des Autors schöpfen, um die Beschreibungen von Tatvorgängen und Tatorten in ihren Büchern wirklichkeitsnäher erscheinen zu lassen.

Unter einzelnen Stichworten von A wie Abbrand über Maschinenschriften und Opferbefragung bis Zytologie hat Dr. Manfred Lukaschewski teils umfangreiche Erläuterungen zusammengefasst. Teilweise gehen sie – so die Notwendigkeit vorliegt – sehr ins Detail. Der Autor stellt selbst gewisse Straftatbestände in ihren Grundzügen dar, damit sie vom Sachbearbeiter besser eingeordnet werden können. Sie sollen ein gewisses praktisches Wissens-Grundgerüst darstellen.

Am Ende der beiden Bände findet sich ein umfangreicher Anhang mit Abkürzungs- und Quellenverzeichnis sowie einige begleitende Erklärungen, die sich in der Hauptsache darum drehen, den Kriminalisten darüber aufzuklären, wie bei unnatürlichen Todesfällen taktisch richtig vorzugehen ist.

Der Titel des zweiten Bandes
mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Dieses Standardwerk sollte meiner Meinung nach unbedingt in die Ausbildung jedes Organs der Rechtspflege sowie jedes Arztes einbezogen werden, damit möglichst kein Straftäter ungestraft davonkommt.

Der Autor Dr. Manfred Lukaschewski hat das Universitätsstudium der Kriminalistik an der Humbold-Universität Berlin absolviert und tritt seit Jahren engagiert dafür ein, dass dieser Studiengang in Deutschland wiederbelebt wird. Nicht etwa um des Studiums willen, sondern ganz einfach, weil die Kriminalistik eine sehr umfassende Wissenschaft ist, die man nicht mal nebenbei erlernen kann.
Selbst die einzelnen Teile dieser Wissenschaft sind so komplex, dass ein Hochschulstudium gerade dafür ausreichen würde, ihre Grundlagen zu erlernen.
Unserer gesamten Gesellschaft müsste es doch darum gehen, Opfern zu ihrem Recht zu verhelfen. Und damit meine ich nicht nur jene Opfer, die nicht mehr unter den Lebenden weilen.
Mich begeistern einmal mehr die Exaktheit und das Engagement, die der Autor mit diesem umfangreichen Werk (jeder der beiden Bände enthält über 370 Seiten) an den Tag legt.

Dr. Manfred Lukaschewski
»Kompendium der Kriminalistik A-M« 24,00€
ISBN 978-3-95949-330-7

Kompendium der Kriminalistik N-Z« 24,00€
ISBN 978-3-95949-331-4
beide erschienen im Main Verlag Rostock

»Der Feeling Code«

Der Untertitel dieses Buchs machte mich neugierig, es zu lesen. Er lautet:
›Wie wir jedes Problem fühlen, verstehen und lösen können‹
Schon der Schutzumschlag macht etwas her, denn er ist weiß und hat goldfarbene Verzierungen.

Die Autorin nimmt den Leser zunächst mit zurück in ihre Kindheit in die Steiermark. Damals belauschte sie eine liebe Bekannte, eine steirische Kräuterfrau, die eine Ratsuchende beriet. Dabei wandte sie eine Methode an, die scheinbar mühelos zum Ziel führte: Den Feeling-Code, dessen außergewöhnliche Wirkung sie später sogar am eigenen Leib erfuhr. Diese Methode war tatsächlich leicht zu erlernen und funktionierte sozusagen kinderleicht. Doch wie es so ist mit Methoden, die man nicht regelmäßig anwendet, sie geriet wieder in Vergessenheit. Doch natürlich nicht bei seiner Urheberin, die nach ihrem Tode sämtliche Unterlagen, die sie dazu hatte, an die Autorin vererbte.
Die wusste zunächst überhaupt nicht, was sie damit anfangen sollte und war schon kurz davor, die Unterlagen zu verbrennen, als sie ihren wahren Wert erkannte und sich in die Materialien vertiefte.

Der Umschlag des Buches mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Tatsächlich erzählt Frau Jankovic-Steiner im lockeren Plauderton von ihren Erfahrungen mit dieser Methode der Erkenntnis- und Auflösungsarbeit. Immer wieder hat sie Beispiele parat, die sehr verständlich geschrieben sind. Sie hält auch nicht mit irgendwelchen Geheimnissen hinter dem Berg, die man dann für teures Geld bei ihr erfahren kann. Nein, sie erklärt tatsächlich sämtliche Details der Methode von A bis Z. Außerdem stellt sie auf ihrer Website umfangreiches Material kostenlos zur Verfügung.
Laut der Autorin kann man die Methode, die in diesem Buch ausführlich erklärt wird zur Klärung offener Fragen, sowie zur Behandlung diverser seelischer Blockaden einsetzen. Dabei wird die natürliche Sprache des Körpers zur Verständigung mit dem eigenen Unterbewusstsein spielerisch eingesetzt.

Da ich ein neugieriger Mensch bin, ließ ich mich natürlich darauf ein und kann hier berichten, dass er seine Wirkung auf mich nicht verfehlte. Ich werde mich auf jeden Fall weiter mit dem Feeling-Code beschäftigen.
Wer das Buch liest und selbst neugierig genug ist, den Feeling-Code auszuprobieren, erkennt sicher ebenso schnell wie ich, dass tatsächlich etwas dran ist. Das ist ja auch kein Wunder, denn unsere Gefühle steuern ja zum größten Teil unser Unterbewusstsein.
Das Schöne an dieser Methode ist, dass man – außer dass man fühlen können muss, und das kann ja jeder – keinerlei Vorkenntnisse benötigt (natürlich bis auf die Infos aus dem Buch), um damit zu starten.
Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die wirklich an ihrer eigenen Entwicklung und an der Antwort auf wirklich wichtige Fragen interessiert sind.

Erschienen ist das Hardcoverbuch, das einen Schutzumschlag besitzt, bei Knaur Balance, es hat 256 Seiten sowie ein Lesebändchen.

»Buen Camino – Mit Rucksack statt Nagellack auf dem Jakobsweg«

Dieses Buch erzählt die Geschichte eines erfolgreichen Scheiterns und ist somit ungewöhnlich in der Literaturlandschaft. Insbesondere, da es von einer Selbstbewusstseins-Trainerin geschrieben wurde.
Der erste Satz, der mir in diesem sehr gut durchstrukturierten Buch auffiel, war: »Scheiter heiter!«, der zugleich das Motto dieses Buchs sein könnte.
Die Autorin erzählt in einer erfrischenden, witzigen und lockeren Art über ihren persönlichen Jakobsweg. Der nach Tagen geordnete Text beginnt mit ihren ersten Gedanken an das Pilgern, weiter geht es über die ersten konkreten Planungen bis hin zur Reise selbst, die von Anfang an mit allerlei Tücken aufwartet. Wie zu erwarten schließt er mit dem Scheitern und der nicht minder tückischen Heimreise der Gisa S., wobei letztere schließlich erheblich länger dauerte als geplant.
Doch aus allen Begegnungen, ja selbst aus Missgeschicken zieht die Autorin ihre Lehren, die sie am Ende jedes Kapitels noch einmal kurz zusammenfasst. Allein diese Tipps, die jeweils als »Botschaft des Tages« daherkommen, sind die Lektüre wert.

Das Cover des Buches mit freundlicher Genehmigung der Autorin

In relativ kurze, leicht verdauliche Abschnitte unterteilt liest sich das Buch sehr flott und ist ausgesprochen unterhaltsam. Der Leser erfährt unter anderem, dass die Autorin, wenn sie nicht in Sachen Pilgern unterwegs ist, die Kleidungsfarbe Rot präferiert. Er erfährt weiterhin, dass Reisebekanntschaften nicht immer das sind, was sie vorgeben, dass Freundschaftsdienste sich sehr schnell in Bärendienste verwandeln können, dass man sich immer mehrmals trifft, dass man bei der Auswahl der Unterkünfte den gesunden Menschenverstand nicht vernachlässigen sollte, welche schmerzlindernde Wirkung ein Paar rote Schuhe bei der Autorin haben kann und vieles mehr. Ob man mit dem Gelernten nun eine eigene Pilgerreise vorbereiten oder »nur« etwas fürs Leben lernen möchte, bleibt dahingestellt.
In einem der letzten Kapitel erfährt der Wissensdurstige zudem noch allerlei Wissenswertes von A bis Z über den Camino und kann im vorletzten Kapitel auf eine ausführliche Packliste für den eigenen Jakobsweg oder andere Pilgertouren zurückgreifen. Abschließend gibt es noch eine kompakte Packliste zum Abhaken.

Insgesamt ist das bei Tredition erschienene Buch sehr gut lesbar und ausgesprochen unterhaltsam. Es ist sicherlich keine Perle der Hochliteratur, doch diesen Anspruch hat es erst gar nicht. Dafür lernt der Leser die Autorin uns ihre Eigenarten ziemlich gut kennen und kann sich ein gutes Bild von den Strapazen machen, die ein solcher Pilgerweg bedeuten kann.
Ich hoffe für Frau Steeg, dass ihre Unterschenkel inzwischen wieder ihre normale Form und Größe angenommen haben, und wünsche ihr für die zukünftige Fortsetzung ihrer Pilgerreise schon jetzt: Buen Camino!