Weimar – Zeit für das Beste

Schon der Titel, besonders aber der Untertitel, welcher »Highlights – Geheimtipps – Wohlfühladressen« lautet, zogen meine Aufmerksamkeit unweigerlich auf diesen Stadtführer.
Als ich ihn zum ersten Mal in die Hand nahm, fiel mir auf, was für ein handliches Format der Verlag gewählt hat. Das Büchlein passt garantiert in jede Handtasche und wohl sogar in manche Gesäß- oder Jackentasche! Das nächste Auffällige für mich war die hochwertige Ausstattung des Bandes. Durchweg ausgezeichnete Farbaufnahmen auf Bilderdruckpapier suchen in dieser Preiskategorie Ihresgleichen. Zu erwähnen ist ebenso die erstklassige buchbinderische Verarbeitung mit Klappenbroschur und Fadenheftung.

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Der Aufbau des Büchleins ist durchweg gut strukturiert. Die Karte auf dem inneren Einbanddeckel findet der Nutzer schnell. Sie ist sehr handlich, wobei mir auffiel, dass leider nur die innerstädtischen Bereiche gut erkennbar abgebildet sind.

Beim Weiterblättern kommt man unweigerlich zum fraglos interessantesten Teil, dem Zentrum Weimars mit all seinen Sehenswürdigkeiten. Hier werden als Erstes die Top Ten genannt, quasi eine Auswahl, die man unbedingt gesehen haben muss.
Danach findet der geneigte Leser eine kurzweilige Einführung. In der geht die Autorin unter anderem auf den Mythos Weimars ein. Aber auch Musik, Literatur und Kulinarik kommen nicht zu kurz. Dieser Einführung merke ich an, wie gern und mit wie viel Herz die Autorin über ihre Stadt schreibt. Die stellt sie in der Folge in einem kleinen Steckbrief vor, in welchem der Besucher vielerlei Interessantes über das Stadtwappen und viele wissenswerte Punkte erfährt.
Daran schließt sich ein kurzer geschichtlicher Abriss an.
Mit einem Inhaltsverzeichnis und einer doppelseitigen Karte eröffnet die Autorin uns dann das erste Kapitel der Führung durch die Klassikerstadt: Das Zentrum.
Jedes einzelne Kleinod wird in einem Abschnitt kurz, aber doch so ausführlich beschrieben, dass man einen guten Überblick erhält. An jede dieser Passagen gliedert sich ein Bereich mit »Infos und Adressen« an. Unter dieser Überschrift werden auch Öffnungszeiten und Telefonnummern genannt. Hier verbirgt sich der eine oder andere Geheimtipp für die Besucher, die Weimar auch mal etwas abseits des Mainstreams kennenlernen möchten. Immer wieder erhält der Gast konkrete Hinweise, welche kulinarische Spezialität es zu kosten lohnt oder welches gastliche Haus er unbedingt aufsuchen sollte.

In der Folge schließt sich das Kapitel über das äußere Stadtgebiet Weimars an. Auch hier ist die Unterteilung ähnlich, wie schon zuvor beschrieben. Die Autorin geht sehr genau auf die Besonderheiten und die Reize der einzelnen geschichtsträchtigen Orte ein.

Der besondere Wert dieses Stadtführers erschließt sich dem Weimar-Besucher durch die kleinen, durchaus nachahmenswerten Rubriken. In den »Autorentipps« gibt es Hinweise, die nur eine langjährige Weimar-Kennerin wie Antje Vanhoefen geben kann. Oft stünde der Gast völlig im Dunklen, wenn er nicht diesen vertrauenswürdigen Tipps nachgehen könnte.
»Mal ehrlich« ist eine weitere Kolumne überschrieben, in der auch die wenigen Schattenseiten der Klassikerstadt zur Sprache kommen.

Ein weiterer Höhepunkt dieses Stadtführers ist für mich das, was sich im hinteren Teil des Bändchens verbirgt und mit dem man in einem solchen Buch nicht unbedingt rechnen muss.
Hier werden nämlich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in einem weiten Umkreis um die Klassikerstadt herum vorgestellt. In östlicher Richtung geht diese Exkursion bis nach Jena und sogar bis Dornburg hinüber, wo Goethe forschte und von dem er in den höchsten Tönen schwärmte.
Gen Süden erkundet die Autorin die Gegend bis Bad Berka und Großkochberg. Sogar Rudolstadt, wo Goethe und Schiller sich zum ersten Mal begegneten, bleibt nicht unerwähnt. Leider fehlt hier jedoch ein Hinweis auf diese historische Stätte, das heutige Schillerhaus.
In Richtung Westen gehen die Abstecher bis hinüber nach Eisenach und zur geschichtsträchtigen Wartburg. Gerade diese Exkurse sind es, die mich in diesem Reiseführer freudig überraschten.

In den sich anschließenden Reiseinfos sind die Fotos von Ernst Wrba genau so zahlreich und ausdrucksstark wie im gesamten Buch. Hier gibt es Weimar- Informationen von A bis Z und einige spezielle Tipps für Kinder und Jugendliche. Das Register, in dem alle Informationen schnell zu finden sind, rundet das Büchlein ab. Das zählt mit seinen 288 Seiten nicht zu den schmalbrüstigen Stadtführern und hat meine Erwartungen zumeist erfüllt, ja größtenteils sogar übertroffen. Ich empfehle es jedem interessierten Weimar-Besucher und erst recht all jenen, die auch die klassischen Stätten im weiteren Umkreis kennenlernen möchten.

Der Stadtführer »Weimar – Zeit für das Besondere« ist im Bruckmann-Verlag erschienen und überall im Buchhandel zum Preis von 14,99 EUR erhältlich. www.bruckmann.de
ISBN: 978-3-7654-6188-0