Premierenlesung: »Leben unter anderem ist leben unter Anderen«

Gestern Abend war es also so weit! Die erste Lesung meiner Kollegin Barbara Schneyer stand auf dem Programm. Und nicht nur ich wartete voller Ungeduld auf die Präsentation ihres Erstlingswerks.
Das Ereignis fand in der Krölpaer Pinsenberghalle statt. Barbara wohnt bereits viele Jahre in Krölpa, ist dort offenbar bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund und dementsprechend war der Raum schon lange vor Beginn der Veranstaltung gut gefüllt. Helfer brachten nach und nach immer mehr Sitzgelegenheiten herbei, damit auch jeder Zuhörer einen Platz ergattern konnte, während Helferinnen jeden Gast mit einem Gläschen Sekt begrüßten.
Doch die Anwesenden mussten sich noch etwas gedulden, denn nach der Begrüßung durch Barbara Schneyer hatte zunächst die angekündigte Linedance-Gruppe, der auch Barbara angehörte, ihren Auftritt. Man sah jedem Einzelnen dieser Gruppe an, dass sie bzw. er aufgeregt war. Zu immer schneller werdenden Rhythmen, nicht nur aus dem Country-Bereich – ja, auch nach E-Nomine wurde getanzt – legten die Tänzerinnen und Tänzer eine flotte Sohle aufs Parkett. Und jeder im Saal konnte erkennen, dass die Truppe dabei ihren Spaß hatte. – Der Auftritt ging in die Verlängerung, als die Protagonistin des Abends, die ja Teil dieser Darbietung gewesen war, zum Umkleiden ging.

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Sie war noch etwas außer Atem, als sie sich schließlich an den Tisch setzte und das Mikro in die Hand nahm. Nun war die Spannung auf dem Höhepunkt angelangt, denn alle warteten auf den Beginn von Barbaras Lesung.
Nun war die Autorin in ihrem Element. Locker, mit Charme und viel Esprit brachte Barbara Scheyer ihr Buch – oder vielmehr etwa 13 Prozent davon, wie sie selbst errechnet hatte – den gespannten Zuhörern näher. Jeder im Saal vermochte sich selbst ein Bild von Annabell Ahrend, der Protagonistin des Romans, und ihrem turbulenten Leben machen. Annabell Ahrend, eine schöne Frau mit gewissen Lastern, hat die Mitte ihres beruflichen Lebens überschritten und weiß immer ziemlich genau, was sie will. Doch sie hat zu ihrem Leidwesen einen Stalker. Dass ihre beste Freundin Corinna jedoch ausgerechnet diesen Mann äußerst anziehend findet, findet sie ziemlich befremdlich. Zum Kriminalfall mutiert das Stück, als genau diese Freundin spurlos verschwindet und der Stalker ins Visier der Ermittler und in das Annabells gerät. Aber wird sie Corinna wirklich wiedersehen und welche Rolle spielt ihr Kollege Gottwin Winterkorn in Annabells Leben? – Das, liebe Leserin und lieber Leser, müssen Sie selbst bei der Lektüre dieses unterhaltsamen Buchs herausbekommen!

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Die Schriftstellerin zog mit den spannenden Stellen, welche sie aus ihrem Buch las und immer wieder mit erläuternden Kommentaren unterbrach, alle Zuhörer auf unnachahmliche Weise in ihren Bann. Das Auditorium sparte auch nicht mit Zwischenapplaus, wenn eine Stelle besonders spannend oder lustig gewesen war.

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Bei einer kurzen Fragerunde am Ende ihrer geplanten Lesung gab die Autorin anschließend einen Einblick in ihr Schaffen und ihre künftigen Pläne. Und weil es gerade so schön passte, legte sie mit einer Zugabe und einigen kleinen Anekdoten aus ihrem Leben nach. Dann gab es Blumen und Dankeschöns für die Person des Abends, welche sie glücklich entgegennahm.
Anschließend signierte Barbara Schneyer den schlangestehenden Interessenten bereitwillig ihr Buch und führte mit jedem eine kleine Unterhaltung.
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Auf dem Weg hinaus aus der Halle waren viele Gespräche wieder beim Thema des Abends gelandet: Annabell Ahrend, ihren Abenteuern und der Autorin Barbara Schneyer.
So ging eine gelungene Lesungspremiere zu Ende, die sehr gern eine Fortsetzung finden darf.

»Leben unter anderem ist leben unter Anderen« von Barbara Schneyer, erschienen im Rendiroma-Verlag unter der ISBN: 978-3-86870-868-4 und im Buchhandel erhältlich.