Weimar – Zeit für das Beste

Schon der Titel, besonders aber der Untertitel, welcher »Highlights – Geheimtipps – Wohlfühladressen« lautet, zogen meine Aufmerksamkeit unweigerlich auf diesen Stadtführer.
Als ich ihn zum ersten Mal in die Hand nahm, fiel mir auf, was für ein handliches Format der Verlag gewählt hat. Das Büchlein passt garantiert in jede Handtasche und wohl sogar in manche Gesäß- oder Jackentasche! Das nächste Auffällige für mich war die hochwertige Ausstattung des Bandes. Durchweg ausgezeichnete Farbaufnahmen auf Bilderdruckpapier suchen in dieser Preiskategorie Ihresgleichen. Zu erwähnen ist ebenso die erstklassige buchbinderische Verarbeitung mit Klappenbroschur und Fadenheftung.

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Der Aufbau des Büchleins ist durchweg gut strukturiert. Die Karte auf dem inneren Einbanddeckel findet der Nutzer schnell. Sie ist sehr handlich, wobei mir auffiel, dass leider nur die innerstädtischen Bereiche gut erkennbar abgebildet sind.

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Ein Interview mit der ältesten Buchhändlerin Deutschlands

Die Journalistin und Bloggerin Helga König hat mir freundlicherweise gestattet, ihr Interview mit Helga Weyhe, Deutschlands ältester Buchhändlerin für meinen Blog zu übernehmen. Bitte lesen Sie hier den ersten Abschnitt und verfolgen Sie das gesamte Interview weiter über den Link in Helga Königs Blog “Buch, Kultur und Lifestyle”!

Helga König: Liebe Helga Weyhe, es ist mir eine große Ehre mit Ihnen heute ein Gespräch führen zu dürfen, denn Sie sind mit Ihren 92 Jahren die älteste Buchhändlerin Deutschlands, betreiben Ihr Unternehmen in Salzwedel noch immer und feiern in diesem Jahr ihr 50. jähriges Jubiläum als Inhaberin des bereits 174 Jahre bestehenden Familienunternehmens.
Sie werden in diesem Jahr die Interviews auf “Buch, Kultur und Lifestyle” anführen, die 2015 unter Ihrer Botschaft stehen: Lesen! Lesen! Lesen!

Helga König: Ihre Buchhandlung wurde 1842 gegründet. War das Unternehmen schon damals im Besitz Ihrer Familie und falls ja, was gibt es dazu zu berichten?

Helga Weyhe: 1840 ist die Buchhandlung von Herrn I.D Schmidt aus Gartow im Königreich Hannover gegründet worden. 1871 nach der Heimkehr aus dem dt.-frz. Krieg hat mein Großvater Heinrich Weyhe die Buchhandlung gekauft. Er stammte aus Osterwohle, war der Sohn des Pastors dort, der hatte noch die Befreiungskriege mitgemacht, dekoriert mit dem Orden Preussens tapferer Krieger. Ein anderer aus der Familie war in der Franzosenzeit Bürgermeister von Salzwedel. Er war bei der Campagne in Frankreich 1792 dabei und ist im Schlamm stecken geblieben. Es gab schon eine Buchhandlung. Das war eine Filiale aus Stendal. Von den sechs Söhnen Heinrich Weyhes wurden zwei Buchhändler. Sein Sohn Erhard, der später in New York eine Buchhandlung besaß  sowie mein Vater Walter, der in Salzwedel blieb und ab 1928 Eigentümer wurde.

Weiter lesen Sie bitte hier: http://interviews-mit-autoren.blogspot.de/2015/01/helga-konig-im-gesprach-mit-helga-weyhe.html?spref=fb

Das Restaurant »Schiller!« – Ein kreativer Silberstreif am Rudolstädter Gastronomie-Himmel

Seit Mai 2014 betreibt der Koch Jörg Bergner gemeinsam mit seiner Frau, der Gastronomin Christin Honerlage, das Restaurant »Schiller!« im Herzen Rudolstadts. Ich traf mich mit dem leidenschaftlichen Gastronomen-Ehepaar zu einem interessanten Gespräch über Ansprüche, Möglichkeiten und kreative Küche.

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Das Gastronomen-Paar vor seinem Restaurant Foto: Alexander Stempelwitz

JFN: »Herr Bergner, was sicher viele Leser interessiert, ist Ihr Werdegang. Wie sind Sie zu dem geworden, der Sie heute sind und wie sind Sie schließlich hierher, nach Rudolstadt, gekommen?«

JB: »Von 1990 bis 1993 absolvierte ich meine Kochlehre in Lichtenfels/Oberfranken, die ich erfolgreich beendete. Anschließend zog es mich zurück in meine Heimatstadt Saalfeld, wo ich bei der Neueröffnung des Restaurants »Zur güldenen Gans« mitwirkte. Dort hielt es mich jedoch nicht lange und so ging ich bald für 10 Monate zum Grundwehrdienst zur Bundeswehr, der damals noch obligatorisch war. Nachdem der absolviert war, durfte ich von 1995 an im neueröffneten »Steigenberger Esplanade« in Jena arbeiten. Dort startete meine eigentliche Kochkarriere als Jungkoch. Im Jahr 2000 ging ich ins heutige »Alpenhotel Tiefenbach«, einem Sport- und Erholungshotel in Oberstdorf. Dort, im Allgäu, im letzten Zipfel Deutschlands, begann ich als Postenchef, Chef de Partie und durchlief alle Posten bis hin zum stellvertretenden Küchenchef. In meinem letzten Jahr in diesem Hotel arbeitete ich als Küchenchef.
Dort traf mich schließlich die Liebe und ich verließ gemeinsam mit meiner jetzigen Frau das Allgäu. Wir gingen zusammen in ihre Heimat nach Nordrhein-Westfalen.
Dort machten wir uns nach allerlei Umwegen 2007 als Gastronomen selbstständig. Diese Selbstständigkeit war ein Ausweg aus dem Dilemma, dass wir nirgendwo miteinander in einer kreativen Gastronomie arbeiten konnten, was wir aber unbedingt wollten. Unsere Gaststätte, die wir bis 2014 betrieben, war in Langenberg.
Seit Mai dieses Jahres bin ich nun wieder zurück in Thüringen. Gemeinschaftlich mit meiner Frau hatte ich entschieden, dass das »Schiller!« uns genau die Möglichkeiten bietet, die wir schon immer gesucht hatten. Über den Kontakt zu meinem damaligen stellvertretenden Küchenchef im »Steigenberger Esplanade«, Lutz Isler, bekam ich den Tipp auf das »Schiller!«. Nach den Informationen, die wir im Internet fanden, stand für uns fest, das Objekt und Rudolstadt sind auf jeden Fall eine Reise wert. „Das Restaurant »Schiller!« – Ein kreativer Silberstreif am Rudolstädter Gastronomie-Himmel“ weiterlesen

Rezension: »Goethe im Wahnsinn der Liebe, Band 1: Die Flucht 1786« Veit Noll – Forschungsverlag Salzwedel

Die Journalistin Helga König schreibt auf ihrer Seite “Buch, Kultur und Lifestyle”:

»In den letzten Tagen habe ich mich in ein Buch vertieft, das »Goethe-Fans« mit großem Interesse lesen werden. Der Titel »Goethe im Wahnsinn der Liebe – Band 1: Die Flucht 1786« und auch der Stempel »Index verbotener Bücher« machten mich sofort neugierig.
Dem rückseitigen Buchdeckel entnahm ich, dass der Autor Veit Noll Jurist und Familienanwalt ist. Jurist war auch Goethe und in diesbezüglichen Kategorien dachte er nicht selten, auch wenn nicht wenige Germanisten ihn am liebsten ausschließlich als über den Wolken schwebenden Dichterfürsten mit Apoll-Antlitz sehen wollen. Goethe war beides und  vieles andere mehr aufgrund seiner Interessenvielfalt und damit verbundenen Kenntnissen. Einen Goethe zu verschubladen ist nicht möglich.

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Die Chance eines juristisch vorgebildeten Goetheforschers, sich in Goethes Denk- und Handlungsmuster zu vertiefen und dabei etwas Neues ausfindig zu machen, ist vermutlich größer als die Möglichkeit für einen Germanisten dahingehend auf etwas Unerforschtes zu stoßen, weil die Fragestellungen eines Juristen einfach andere sind und deswegen vielleicht unbeackertes Feld entdeckt werden kann. Es ist ja eher die Ausnahme, dass sich ein Jurist an das Multitalent Goethe heranwagt. …«

Lesen Sie hier weiter: http://helga-koenig-biografien.blogspot.de/2014/11/rezension-goethe-im-wahnsinn-der-liebe.html

Buchpräsentation »Goethe im Wahnsinn der Liebe II, Band 1: Die Flucht 1876«

Nur wenige Tage nach dem Geburtstag Anna Amalias, am Abend des 29. Oktober 2014, hatte der Autor Veit Noll zur Präsentation seines Buches in die Eckermann Buchhandlung in Weimar eingeladen. Darin geht es um die Aufsehen erregenden Ergebnisse seiner Forschungen über die Beziehung zwischen der Herzogin und dem Dichter.
Der gemütlich eingerichtete Raum in der oberen Etage des Buchgeschäfts war mit neugierigen Zuhörern gut gefüllt. Bei Getränken, die Buchhändler Steinhöfel persönlich ausschenkte, wartete alles gespannt auf den Beginn der Veranstaltung. Die startete mehr als pünktlich und dem Autor präsentierte sich ein sehr interessiertes und äußerst aufmerksames Publikum.

Der gut besuchte Veranstaltungsort
Der gut besuchte Veranstaltungsort

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Der Dom St. Peter und Paul zu Naumburg (4)

Heute greife ich zum letzten Mal meinen Bericht aus der Vorwoche auf. Wir waren also die Treppe vom Ostchor heruntergekommen.

Unten angelangt verlassen wir den Dom und betreten den Kreuzgang. Während Jessica Buchwald kräftig ausschreitet, brauche ich einige Sekunden, um hier anzukommen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich, wie in bodenlange Kutten gewandete Geistliche unter diesen wunderschönen Kreuzgewölben dahinwandeln und den Rosenkranz im stillen Gebet durch ihre Finger gleiten lassen. Als Frau Buchwald stehenbleibt, werde ich wieder ins Hier und Jetzt gerissen und folge ihr in Richtung des Schatzgewölbes. Auf unserem Weg begegnen uns auch hier einige »Glanzlichter«. „Der Dom St. Peter und Paul zu Naumburg (4)“ weiterlesen

Der Dom St. Peter und Paul zu Naumburg (3)

Noch immer stehen wir vor dem Westlettner und ich bin total in dessen Anblick versunken.

Jetzt schlüpfen wir unter den ausgestreckten Armen Jesu hindurch und befinden uns im Westchor. Wieder gibt mir Jessica Buchwald ausreichend Zeit, den Raum zuerst auf mich wirken zu lassen. – Und er wirkt gewaltig! Wie bereits bei all meinen vorherigen Besuchen im Dom ist es eine Kombination aus völlig verschiedenen Bestandteilen, die diese Wirkung verursacht.
Da sind zum einen die riesengroßen, bunten Bleiglasfenster, welche die Rückwand des Chores dominieren und das Licht im Innern weich und zart erscheinen lassen. Zum Zweiten sind es die lebensgroßen Figuren der Stifter, die für viele Besucher die Bekanntheit dieses Doms ausmachen. Jeder kennt schließlich die Frage aus Kreuzworträtseln: Stifterfigur im Naumburger Dom? Ja, »Uta« ist die Lösung, auf sie kommen wir gleich zurück.
Und zum Dritten ist es der Raum selbst. Dieser erste und zugleich großartigste gotische Raum im weiten Umkreis um die Saalestadt, wirkt in seiner künstlerischen Vollkommenheit auf mich. Auch hier, im Innern des Chores, fallen mir die vielen fast schwebenden Blätter auf, mit denen hier weiter so meisterhaft dekoriert wurde, dass es leicht und spielerisch wirkt.
Jessica Buchwalds Begeisterung scheint in diesem Raum ebenfalls einen neuen Schub zu bekommen. „Der Dom St. Peter und Paul zu Naumburg (3)“ weiterlesen

Der Dom St. Peter und Paul zu Naumburg (2)

Heute greife ich den Bericht von meinem Besuch in der Naumburger Kathedrale wieder auf.
Meine Begleiterin und ich sitzen also im Langhaus des Doms und ich hatte Zeit, im Dom anzukommen.
Als ich sie nach zwei Minuten erwartungsvoll ansehe, beginnt sie, die Historie des Doms vor mir auszubreiten.
Die Geschichte dieser Kathedrale beginnt 1028 mit der Verlegung des Bistumssitzes von Zeitz in die Saalestadt unter Bischof Hildeward. Es wird vermutet, dass die Markgrafen von Meißen die Verlegung des Bischofssitzes betrieben. Diese hießen Hermann I. und Ekkehard II. und sind noch heute fest mit dem Naumburger Dom verbunden. Doch dazu später mehr.
Der ursprüngliche Dom aus dem elften Jahrhundert ist bis auf ein paar Mauerreste heute nahezu vollständig verschwunden. Historische Quellen berichten ab 1211/12 von einer umfangreichen Bautätigkeit rund um den Dom und an ihm selbst. In diesen Jahren – während der Regentschaft Bischof Engelhards – dürfte die Entscheidung für den engagierten Neubau der Bischofskirche gefallen sein. „Der Dom St. Peter und Paul zu Naumburg (2)“ weiterlesen

Der Dom St. Peter und Paul zu Naumburg (1)

Das riesige Gebäude, vor dem ich an diesem heißen Tag im Juli stehe, ist mir seit langem bekannt. In meiner Kinderzeit hastete ich oft an ihm vorüber, in meinen Jahren als Jüngling habe ich ihn des Öfteren von innen gesehen. Damals habe ich beispielsweise eine Führung mitgemacht und Konzerte besucht. An eines davon kann ich mich besonders erinnern. Der Kreuzchor aus Dresden sang mit Orgelbegleitung in der Vorweihnachtszeit. Der Chor setzte genau so ein wie auf der Schallplatte, die ich zu Hause hatte. – Himmlisch!
Nun stehe ich wieder vor St. Peter und Paul, von dem mein Geschichtslehrer begeistert zu berichten wusste, dass er der einzige Dom nördlich der Alpen sei, welcher in zwei Baustilen erbaut wurde. Das erkennt man bereits von außen an den unterschiedlich geformten Turmpaaren. Doch dazu erzähle ich später mehr.

Weithin sichtbar erheben sich die vier Türme von St. Peter und Paul über die Häuser der Stadt (mit freundlicher Unterstützung der Vereinigten Domstifter, Foto M. Rutkowski)
Weithin sichtbar erheben sich die vier Türme von St. Peter und Paul über die Häuser der Stadt (mit freundlicher Unterstützung der Vereinigten Domstifter, Foto M. Rutkowski)

Seit meinem letzten Besuch hier sind gut 10 Jahre vergangen und ich bin freudig erregt, den Dom, diesen alten Bekannten, gleich wiederzusehen. Ich bin mit einer jungen Kulturpädagogin verabredet, die mich durch den Dom und die Domschatzkammer führen wird. Zugegebenermaßen bin ich etwas skeptisch, ob ich nach all den Umbauten und Renovierungen in den vergangenen Jahren ›meinen‹ Dom wiedererkennen werde. „Der Dom St. Peter und Paul zu Naumburg (1)“ weiterlesen