»Geschichte der Kriminalistik« von Dr. Manfred Lukaschewski

Während am Beginn der menschlichen Gesellschaft das Recht des Stärkeren oder der Ausschluss aus der Gesellschaft als Rechtsmittel ausgereicht haben, differenzierten sich später bald speziellere Formen des Rechts und der Sanktionen heraus.

Dr. Lukaschewski beginnt seinen Streifzug durch die Zeit mit der neolithischen Revolution, geht auf die Geschichte und die Rolle der Religion als Bestandteil der Rechtsfindung ein und darauf, welche Rolle die Urbanisierung in der Menschheitsentwicklung spielte.

In der Folge nimmt der Autor seine interessierten Leser mit auf einen Streifzug durch einige antike Rechtssysteme wie das des alten Ägyptens, des antiken Griechenlands und des alten Roms. Er lässt alte Rechtsbücher wie den Sachsenspiegel, die Constitutio Criminalis Carolina und den Code Civil vor dem inneren Auge des Lesers erscheinen. Dabei geht er, wie in all seinen Werken, stets detailreich und systematisch vor.

Das Titelbild mit freundlicher Genehmigung des Main Verlags

Ab etwa Seite 260 wurde das Buch für mich noch interessanter, denn nun kann der Leser die Entwicklung moderner forensischer Verfahren zur Identitätsfeststellung verfolgen, wie zum Beispiel die der Daktyloskopie, um nur eines davon zu nennen.

Dabei liest sich das Buch selbst an vielen Stellen wie ein Krimi. Es wird für den interessierten Leser an keiner Stelle langatmiger als notwendig, informiert allseitig und lässt keine zeitlichen Lücken entstehen. Die Kriminalistik der NS-Zeit wird ebenso beleuchtet wie jene zur Zeit der DDR, die heute in der Öffentlichkeit leider oft in Vergessenheit gerät.
Je weiter der Autor sich der Jetztzeit nähert, desto detailreicher und vielfältiger wird seine Beschreibung naturgemäß. Allein die internationalen Organe der Strafverfolgung und deren differenzierte Aufgaben aufzuzählen, nimmt einigen Platz in Anspruch.

Anschließend widmet der Autor seine Aufmerksamkeit der Fallanalyse und dem Profiling, ohne die eine moderne Kriminalpolizei nicht mehr auskommt.
Am Ende des gut 440 Seiten zählenden Werkes schließen sich eine Chronologie der Kriminalistik sowie eine leider unvollständige Aufzählung der Meilensteine der Kriminalistik an.
Insgesamt ist das Werk, das wie seine Vorbände im Main Verlag Rostock erschienen ist, ein würdiger vorläufiger Abschluss der Reihe »Kriminalistik in Theorie und Praxis«.

Es informiert umfassend und geizt keineswegs mit Details. Eine klare Empfehlung für alle, die an der Geschichte der Kriminalistik Interesse haben und dazu noch von einem günstigen Preis profitieren wollen.

Dr. Manfred Lukaschewski
»Geschichte der Kriminalistik«, erschienen im Main Verlag in der Reihe ›Kriminalistik in Theorie und Praxis‹ für 27,00 €
ISBN 978-3-95949-395-6
Erhältlich in allen Buchhandlungen sowie unter www.main-verlag.de

“Kriminaltaktik – von Anzeige bis Zeugenvernehmung” von Dr. Manfred Lukaschewski

Während es im Band vier im Wesentlichen um die Kriminaltechnik ging, wendet sich Dr. Manfred Lukaschewski im fünften Band seiner Reihe ›Kriminalistik in Theorie und Praxis wieder speziell an sein Fachpublikum.
Wie der Titel schon ahnen lässt, geht es dabei um »Papierkram«, wie der Autor charmant formuliert. Obwohl beim Kriminalisten nicht sehr beliebt, ist er doch unabdingbar, wenn der Strafprozess zum gewünschten Ziel – der Verurteilung des ermittelten Täters – führen soll. Deshalb sollte dieses Buch Pflichtlektüre für Kriminalisten und Juristen gleichermaßen sein.
Der Autor macht es sich in diesem Büchlein zur Aufgabe, die Methoden darzustellen, welche zur Vorbereitung und Durchführung kriminalistischer Maßnahmen dienen. Die sind in der Regel von der Strafprozessordnung vorgegeben und definiert.

Fundament jeder Ermittlungsarbeit und deshalb auch an erster Stelle des Buches steht der ›Erste Angriff‹, also jene Maßnahmen, die unmittelbar nach Bekanntwerden einer Straftat durchzuführen sind.
Die einzelnen Punkte, die Lukaschewski wie immer sehr detailreich »abarbeitet«, hier aufzuzählen, wäre zu viel des Guten. Doch einige Punkte zu erwähnen gebietet mein Sinn für Vollständigkeit, ohne die das Werk des Autors nicht lebendig abzubilden ist.
Es geht also um Anzeige, Ereignisortuntersuchung, Befragung, Vernehmung (und deren Unterschiede), Durchsuchung und Beschlagnahme, Festnahme und Verhaftung (hier geht es natürlich ebenfalls um die Unterschiede) und die Rekonstruktion diverser Abläufe. Diese exemplarischen Punkte sollen an dieser Stelle genügen.
Wie der Autor selbst schreibt, ist dieses Buch »staubtrocken« und das muss es wohl sein, wie viele Kriminalisten und Juristen danken anerkennen werden. Für sie ist dieses Buch geschrieben. Doch so staubtrocken endet diese Reihe garantiert nicht. Im sechsten und letzten Band wird es noch einmal interessant, verspricht Lukaschewski.

Während andere Bücher dieses Inhalts oft mit Fachbuchpreisen aufwarten, bekommen der neugierige Fachmann, aber auch der interessierte Laie dieses Büchlein mit knapp 180 Seiten für unter 20 Euro.

Dr. Manfred Lukaschewski
Kriminaltaktik von Anzeige bis Zeugenvernehmung
erschienen im Main Verlag in der Reihe ›Kriminalistik in Theorie und Praxis‹ für 16,00 €
ISBN 978-3-95949-394-9
www.main-verlag.de

»Kompendium der Kriminalistik« – Neuauflage

»Kompendium der Kriminalistik« Dr. Manfred Lukaschewski, erschienen in zwei Bänden beim Main Verlag Rostock

Die Neuauflage des Kompendiums der Kriminalistik, dessen vorherige Auflage sich bereits zum Standardwerk entwickelte und meiner Kenntnis nach sogar an einigen Polizeischulen als Unterrichtsmaterial Verwendung findet, überrascht mich in mehrerlei Hinsicht.
Einmal überrascht es, da es in einem andern Verlag erscheint, zum anderen, dass es in einem neuen Kleid daherkommt. Und zum Dritten überrascht es mit seinem überaus günstigen Preis.

Doch beginnen wir mit dem Verlag. Die beiden Bände des Kompendiums sind der Auftakt einer Buchserie des Autors, die der Main Verlag Rostock unter dem Label »Antheum facts« in der Reihe »Kriminalistik in Theorie und Praxis veröffentlichen wird. Mit dem neuen Verlag erklärt sich auch das neue Äußere der Bücher.
Beachtenswert ist allerdings der für Fachbücher phänomenal niedrige Preis der Bände.

Der Titel des ersten Bandes
mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Worum geht es nun in diesem Standardwerk, das tatsächlich nur einen Autor hat?
Wie im Vorwort erwähnt wird, sollen diese Bücher, dem Kriminalisten das nötige Handwerkszeug geben, damit er in der Lage ist, Sachverhalte besser einzuschätzen und schnelle Entscheidungen fällen zu können.
Doch nicht nur Kriminalisten können von diesem Werk profitieren. Meiner Meinung nach sollte jeder Polizist diese Bände griffbereit haben, um sein Wissen über bestimmte Vorgehensweisen immer weiterzuentwickeln. Ebenso kann sicher auch so mancher Jurist an diesem umfangreichen Wissenskatalog profitieren. Sogar Ärzte, welche die amtliche Totenschau durchzuführen haben, können vom Wissen, das sie aus diesem Werk gewinnen können, profitieren. Zuletzt möchte ich hier die Gilde der Kriminalautoren erwähnen, die oft und gern aus dem Wissenspool des Autors schöpfen, um die Beschreibungen von Tatvorgängen und Tatorten in ihren Büchern wirklichkeitsnäher erscheinen zu lassen.

Unter einzelnen Stichworten von A wie Abbrand über Maschinenschriften und Opferbefragung bis Zytologie hat Dr. Manfred Lukaschewski teils umfangreiche Erläuterungen zusammengefasst. Teilweise gehen sie – so die Notwendigkeit vorliegt – sehr ins Detail. Der Autor stellt selbst gewisse Straftatbestände in ihren Grundzügen dar, damit sie vom Sachbearbeiter besser eingeordnet werden können. Sie sollen ein gewisses praktisches Wissens-Grundgerüst darstellen.

Am Ende der beiden Bände findet sich ein umfangreicher Anhang mit Abkürzungs- und Quellenverzeichnis sowie einige begleitende Erklärungen, die sich in der Hauptsache darum drehen, den Kriminalisten darüber aufzuklären, wie bei unnatürlichen Todesfällen taktisch richtig vorzugehen ist.

Der Titel des zweiten Bandes
mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Dieses Standardwerk sollte meiner Meinung nach unbedingt in die Ausbildung jedes Organs der Rechtspflege sowie jedes Arztes einbezogen werden, damit möglichst kein Straftäter ungestraft davonkommt.

Der Autor Dr. Manfred Lukaschewski hat das Universitätsstudium der Kriminalistik an der Humbold-Universität Berlin absolviert und tritt seit Jahren engagiert dafür ein, dass dieser Studiengang in Deutschland wiederbelebt wird. Nicht etwa um des Studiums willen, sondern ganz einfach, weil die Kriminalistik eine sehr umfassende Wissenschaft ist, die man nicht mal nebenbei erlernen kann.
Selbst die einzelnen Teile dieser Wissenschaft sind so komplex, dass ein Hochschulstudium gerade dafür ausreichen würde, ihre Grundlagen zu erlernen.
Unserer gesamten Gesellschaft müsste es doch darum gehen, Opfern zu ihrem Recht zu verhelfen. Und damit meine ich nicht nur jene Opfer, die nicht mehr unter den Lebenden weilen.
Mich begeistern einmal mehr die Exaktheit und das Engagement, die der Autor mit diesem umfangreichen Werk (jeder der beiden Bände enthält über 370 Seiten) an den Tag legt.

Dr. Manfred Lukaschewski
»Kompendium der Kriminalistik A-M« 24,00€
ISBN 978-3-95949-330-7

Kompendium der Kriminalistik N-Z« 24,00€
ISBN 978-3-95949-331-4
beide erschienen im Main Verlag Rostock

Morden für Anfänger

Dieses Büchlein richtet sich nicht etwa, wie der Titel »Morden für Anfänger« vielleicht vermuten ließe, an Killer-Azubis, sondern an die Gilde der ›Krimischreiber‹, wie der Autor sie liebevoll bezeichnet.
Ebenso liebevoll sieht er ihnen so manchen Lapsus nach, den sie in den Handlungsabläufen ihrer Bücher begehen. Der Diplom-Physiker und Diplom-Kriminalist hingegen ist ein Mann vom Fach, denn er war jahrzehntelang selbst Chef einer Mordkommission.
Genau aus diesem Grund liefert er mit diesem Büchlein, das im Fehnlandverlag Rhauderfehn erschienen ist, wieder einmal ein Standardwerk ab. Denn meines Wissens gibt es keinen weiteren – und erst recht keinen besseren – Ratgeber für Krimiautoren dieses Inhalts auf dem Markt.

Das Titelbild mit freundlicher Erlaubnis des Verlags

Das Buch enthält augenscheinlich »nur« 43 Tipps, doch in Wirklichkeit sind es unendlich viele mehr, denn Lukaschewski berichtet anhand konstruierter oder tatsächlich geschehener Tat- und Aufklärungshergänge aus dem Leben eines echten Commissarios.
Mancher Krimiautor hat sich in der Vergangenheit sicher schon mal eine Gelegenheit gewünscht, einen leibhaftigen Kriminalisten ausquetschen zu dürfen.
Dieser Kriminalist im (Un-)Ruhestand erspart sich die Befragung und erzählt im lockeren Plauderton völlig freiwillig, welche Fallstricke im Krimigeschehen auch an unerwarteter Stelle lauern können.

Er spart dabei nicht mit Seitenhieben auf verschiedene Menschengruppen, die oft und gern an Tatorten auftauchen und die Ermittler damit von ihrer Arbeit abhalten bzw. diese Arbeit unnötig erschweren. Doch der promovierte Jurist Lukaschewski spart auch nicht mit nadelstichartigen Hinweisen, beispielsweise auf die mangelhafte Qualität der Kriminalisten-Ausbildung in Deutschland oder die föderalismusbedingte Zerrissenheit der Aufklärungsarbeit.

Die meisten Tipps jedoch, die Lukaschewski gibt, sind tatsächlich wohlmeinende, die sich an die Krimiautoren richten. Dabei könnte dieses Büchlein mit Sicherheit auch andere Interessenten finden. Von den bereits im Untertitel erwähnten Krimilesern über (Tatort-)Drehbuchschreiber bis hin zu den (glaubt man dem Autor) nicht erst neuerdings mangelhaft ausgebildeten Kriminalisten landauf, landab reicht die Palette derer, die von diesem Büchlein, das für erschwingliche 12,00 Euro zu erstehen ist, profitieren könnte.

Wer nach der Lektüre dieses Büchleins, das durchaus seinen Platz auf dem Schreibtisch jedes ambitionierten Krimischreibers finden sollte, gern noch tiefer in die Materie einsteigen möchte, weil sie oder er »Blut geleckt« hat, dem seien die drei Bände des vor längerer Zeit besprochenen »Kompendium der Kriminalistik«, die aus der Feder desselben Autors stammen, dringend ans Herz gelegt.