Der Sünderchor

Ein großer Mittelalterroman, der Seinesgleichen sucht.

Das Titelbild mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Es ist der Abschlussband einer Trilogie, der vor mir liegt. Dennoch ist es sehr leicht und flüssig möglich, in das Geschehen einzutauchen.
Die Zwillinge Claudia und Nadja Beinert verstehen es meisterlich, den Leser mit in die Zeit zu nehmen, in welcher große Bauwerke entstanden, wie der Dom Sankt Peter und Paul zu Naumburg.
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Macht. Glanz. Glaube.

»Macht. Glanz. Glaube. – Auf dem Weg zum Welterbe. Eine Zeitreise in die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft um Naumburg« aus dem Verlag Janos Stekovics
Dieser Titel, der mir im Zusammenhang mit der bevorstehenden Welterbe-Entscheidung für die Region um Naumburg ins Bewusstsein gerückt wurde, verspricht nicht zu viel. Das möchte ich gleich voranschicken.

Vor mir liegt ein Schwergewicht. Nicht nur physikalisch, denn auch die darin enthaltenen Informationen wiegen schwer. Doch dazu später mehr.
Der großformatige Band ist auf feinstem Bilderdruckpapier gedruckt und buchbinderisch hochwertig verarbeitet. Mein Herz, das zugegebenermaßen das eines Buchliebhabers und -kenners ist, schlägt sofort höher, als ich das Buch zum ersten Mal in die Hand nehme und durchblättere. Der Einband besteht aus fester Pappe und darauf findet sich das Motiv wieder, welches schon vom Schutzumschlag hoheitsvoll herunterlächelt: das Antlitz der Uta von Ballenstedt, der wohl bekanntesten Stifterfigur des Naumburger Doms.

Titelbild mit freundlicher Genehmigung des Verlags Janos Stekovics
Titelbild mit freundlicher Genehmigung des Verlags Janos Stekovics

Der Verlag Janos Stekovics bringt es fertig, ein Buch – ja sogar einen prachtvollen Bildband wie diesen – so hochwertig zu gestalten und genau so perfekt aussehen zu lassen, dass man meinen könnte, das Buch sei bereits über 25 Jahre alt. Das ist heute leider meistens nicht die übliche Praxis und muss meiner Ansicht nach besonders erwähnt werden.
An der Ausstattung dieses opulenten Bandes hat der Verlag wirklich nicht gespart. So sind gleich zwei Lesebändchen angebracht, die wie das Kapitalband in edlem Weiß schimmern. Selbstverständlich für die hochwertige Ausstattung ist die Fadenheftung. „Macht. Glanz. Glaube.“ weiterlesen

Der Dom St. Peter und Paul zu Naumburg (3)

Noch immer stehen wir vor dem Westlettner und ich bin total in dessen Anblick versunken.

Jetzt schlüpfen wir unter den ausgestreckten Armen Jesu hindurch und befinden uns im Westchor. Wieder gibt mir Jessica Buchwald ausreichend Zeit, den Raum zuerst auf mich wirken zu lassen. – Und er wirkt gewaltig! Wie bereits bei all meinen vorherigen Besuchen im Dom ist es eine Kombination aus völlig verschiedenen Bestandteilen, die diese Wirkung verursacht.
Da sind zum einen die riesengroßen, bunten Bleiglasfenster, welche die Rückwand des Chores dominieren und das Licht im Innern weich und zart erscheinen lassen. Zum Zweiten sind es die lebensgroßen Figuren der Stifter, die für viele Besucher die Bekanntheit dieses Doms ausmachen. Jeder kennt schließlich die Frage aus Kreuzworträtseln: Stifterfigur im Naumburger Dom? Ja, »Uta« ist die Lösung, auf sie kommen wir gleich zurück.
Und zum Dritten ist es der Raum selbst. Dieser erste und zugleich großartigste gotische Raum im weiten Umkreis um die Saalestadt, wirkt in seiner künstlerischen Vollkommenheit auf mich. Auch hier, im Innern des Chores, fallen mir die vielen fast schwebenden Blätter auf, mit denen hier weiter so meisterhaft dekoriert wurde, dass es leicht und spielerisch wirkt.
Jessica Buchwalds Begeisterung scheint in diesem Raum ebenfalls einen neuen Schub zu bekommen. „Der Dom St. Peter und Paul zu Naumburg (3)“ weiterlesen

Der Dom St. Peter und Paul zu Naumburg (1)

Das riesige Gebäude, vor dem ich an diesem heißen Tag im Juli stehe, ist mir seit langem bekannt. In meiner Kinderzeit hastete ich oft an ihm vorüber, in meinen Jahren als Jüngling habe ich ihn des Öfteren von innen gesehen. Damals habe ich beispielsweise eine Führung mitgemacht und Konzerte besucht. An eines davon kann ich mich besonders erinnern. Der Kreuzchor aus Dresden sang mit Orgelbegleitung in der Vorweihnachtszeit. Der Chor setzte genau so ein wie auf der Schallplatte, die ich zu Hause hatte. – Himmlisch!
Nun stehe ich wieder vor St. Peter und Paul, von dem mein Geschichtslehrer begeistert zu berichten wusste, dass er der einzige Dom nördlich der Alpen sei, welcher in zwei Baustilen erbaut wurde. Das erkennt man bereits von außen an den unterschiedlich geformten Turmpaaren. Doch dazu erzähle ich später mehr.

Weithin sichtbar erheben sich die vier Türme von St. Peter und Paul über die Häuser der Stadt (mit freundlicher Unterstützung der Vereinigten Domstifter, Foto M. Rutkowski)
Weithin sichtbar erheben sich die vier Türme von St. Peter und Paul über die Häuser der Stadt (mit freundlicher Unterstützung der Vereinigten Domstifter, Foto M. Rutkowski)

Seit meinem letzten Besuch hier sind gut 10 Jahre vergangen und ich bin freudig erregt, den Dom, diesen alten Bekannten, gleich wiederzusehen. Ich bin mit einer jungen Kulturpädagogin verabredet, die mich durch den Dom und die Domschatzkammer führen wird. Zugegebenermaßen bin ich etwas skeptisch, ob ich nach all den Umbauten und Renovierungen in den vergangenen Jahren ›meinen‹ Dom wiedererkennen werde. „Der Dom St. Peter und Paul zu Naumburg (1)“ weiterlesen